Festival Musica Antiqua

Das Prager Frauen-Vokalensemble Tiburtina ist eine der fünf Gruppen, die am Festival Musica Antiqua auftreten. Foto: Havlik Vojtech

Bingen will Hochburg für Mittelaltermusik werden

Bingen (dd). Eine Harfe war der Auslöser zum „Festival Musica Antiqua“, das vom 3. bis 6. Oktober in Bingen stattfindet. Damit soll Bingen zur Hochburg für mittelalterliche Musik werden. „Ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt soll es in Zukunft sein und dem Hildegardherbst neue Impulse geben. Die Geschichte der heiligen Hildegard wollen wir damit erlebbar machen“, freut sich Oberbürgermeister Thomas Feser schon auf das Festival.

Der Wiesbadener Harfenbauer Rainer Thurau schenkte dem Museum am Strom einen Nachbau einer Harfe aus dem 12. Jahrhundert. Dabei bedauerte Feser, dass die die Präsenz von Hildegard in Bingen kaum wahrnehmbar sei. Die Idee eines Festivals war geboren. „Dem musikalische Wirken der historischen Persönlichkeit soll Rechnung getragen werden“, so Thurau bei der Vorstellung des Programms. „Ihre Kompositionen sind schon im hohen Mittelalter einzigartig gewesen. Von keinem anderen Musikschaffenden dieser Zeit ist ein derart umfangreiches Werk erhalten, niemand sonst hat damals schon einen so unverkennbar individuellen Stil geprägt“, so der künstlerische Leiter des Festivals.

Durch seinen Beruf hat Rainer Thurgau ein internationales Künstlernetzwerk im Bereich der mittelalterlichen Musik geknüpft. Daraus kann er nun schöpfen und hochkarätige Künstlergruppen in die Stadt am Rhein-Nahe-Eck locken. Die Ensembles aus Deutschland, aus der Schweiz, Frankreich und aus Tschechien werden dem Publikum an drei verschiedenen Aufführungsstätten die frühe kirchliche Musik zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert auf höchstem Niveau darbieten. Thurau machte auch deutlich, dass diese Musik nichts mit den „zweifelhaften Darbietungen sogenannter und mit Spektakel aufgeführten Mittelalter-Musik auf Jahrmärkten und verklärten Laiengruppen zu tun hat“.

Aufzeichnungen der Noten aus der damaligen Zeit gibt es nicht. „Die Musik wurde überliefert. Wir wollen ihr uns wissenschaftlich annähern“, so Museumsleiter Matthias Schmandt. Das Festival soll auch touristisch vermarktet werden, soll internationale Gäste anlocken. „Der Name der Stadt, in der Hildegard von Bingen gelebt hat, hat im Ausland bei Musikfreunden einen besonderen Klang“, hofft Tourismusleiter Georg Sahnen, dass viele Gäste nach Bingen kommen. Immer präsent wird Hildegard während den Aufführungen sein. Die Künstlerin Ulrike Bolenz hat ein großformatiges Portrait geschaffen, das während den Konzerten zu sehen ist. Begleitet wird das Festival von einer Sonderausstellung „Klangwelten des Mittelalters. Musik zwischen Gotteslob und teuflischem Vergnügen“, im Museum am Strom. Und, wie kann es in der Weinstadt nicht anders sein, gibt es auch einen Festivalwein.

Programm:
Donnerstag, 3. Oktober, 19:30 Uhr, Basilika St. Martin, Hirundo Maris
Freitag, 4. Oktober, 19:30 Uhr, Hildegard Gedächtniskirche, Sequentia.
Samstag, 5. Oktober, 11.00 Uhr, Rochuskapelle, Tiburtina Ensemble.
Samstag, 5. Oktober, 20:00 Uhr, Basilika St. Martin, Oni Wytars.
Sonntag, 6. Oktober, 12:00 Uhr, Hildegard Gedächtniskirche, Ordo Virtutum

Tickets:
23 Euro im Vorverkauf, Abendkasse 28,50 Euro, Schüler, Studenten, Azubis 12 Euro.

Info:
Veranstaltungsbüro der Stadt Bingen, Rheinkai 21, Bingen, Tel. 06721-184-350, E-Mail tourist-information--at--bingen.de, www.bingen.de.

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