Februar 3, 2023

Kreuznacher Rundschau

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Deutschland sagt endlich das F-Wort: „Fracking“

Russlands Invasion in der Ukraine hat in den vergangenen sieben Monaten zu dramatischen Veränderungen in Deutschland geführt: deutlich höhere Verteidigungsausgaben, die Lieferung tödlicher Waffen in ein Kriegsgebiet, eine neue Realität in handelsbasierten diplomatischen Grenzen.

Aber der sicherste Beweis dafür, dass sich Europas größte Volkswirtschaft in das Gebiet der „Zeichen und Wunder“ bewegt, ist, dass Politiker immer häufiger das alles kontaminierende F-Wort aussprechen – „Fracking“.

Deutschlands Energiekrise ist eine Krise der Wahl oder eine Krise zweier Wahlmöglichkeiten, wobei die zweite direkt auf die erste folgt. Der zweite Punkt ist das, worüber die meisten deutschen Politiker sprechen wollen, der Wunsch des Landes, seine Energieimporte und insbesondere Erdgas von einem einzigen, rücksichtslosen Verkäufer, Russland, zu beziehen.

Dieses Problem kann ohne viel Politik oder politisches Geschick gelöst werden. Wenn der Import von Gas aus Russland keine Option ist, wird Gas aus anderen Ländern importiert. Zusagen, den Bau von Terminals zur Annahme von verflüssigtem Erdgas aus den Vereinigten Staaten und dem Nahen Osten zu beschleunigen, haben Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck, einer Grünen Partei, ein Image im Streben nach Deutschlands volatilem Energiebedarf verliehen.

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Aber Deutschlands Abhängigkeit von ausländischem Brennstoff ist nur auf die erste Entscheidung Berlins zurückzuführen: die beträchtlichen heimischen Gasreserven des Landes nicht anzuzapfen, die nach einigen Schätzungen den größten Teil des deutschen Gasbedarfs für die nächsten zwei Jahrzehnte decken könnten.

Der Ausdruck dieser Entscheidung war feindselig gegenüber der Technologie des Hydraulic Fracturing oder Fracking, die Deutschlands schieferhaltige Gasreserven erschließen könnte. Ganz Berlin hat 2017 aus zweifelhaften Sicherheitsgründen Fracking-Techniken verboten, mit denen der größte Teil des deutschen Gases erschlossen werden könnte.

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Jetzt fragen einige Politiker, ob das Land es sich leisten kann, dieses Gas abzulassen. Innerhalb der inkompetenten Regierungskoalition von Bundeskanzler Olaf Scholes ist es zu einer Spaltung gekommen. Zwei der drei Parteien in der Koalition haben eine starke Opposition – Mr. Scholz’s Sozialdemokraten (SPD) und Mr. Habecks Grüne. Dafür steht die Dritte, die marktwirtschaftliche Freie Demokratische Partei (FDP).

Die FDP „unterstützt einen deutlichen Ausbau der heimischen Gasförderung“, sagte der Energie-Guru der FDP im Bundestag, Michael Kruse.

sagte einer Zeitung Im Juni. Ein weiterer Parteivorsitzender, Torsten Herbst, widersprach den Einwänden: „Wie wissenschaftliche Studien zeigen, verursacht Fracking unter modernen Sicherheitsstandards keine relevanten Umweltschäden.“

Einige Oppositionspolitiker greifen dieses Thema auf. Markus Söder, Bayerns konservativer Ministerpräsident, Ende Juli Er stellte eine klare Frage: „Ist es nicht angebracht, darüber nachzudenken, ob Deutschland seine eigenen Gaskapazitäten nutzen will?“

Dieses Interview brachte einen breiteren, nicht so subtilen Punkt zum Energiehandel hervor. Herr. Söder ist cool mit Fracking in seinem Heimatland Bayern, interessiert sich aber für Fracking im nördlichen Niedersachsen. Niedersachsen, einer der drei verbliebenen Kernreaktoren Berlins, könnte nächstes Jahr in Betrieb gehen, und das Bundesland war eine Hochburg der Anti-Atomkraft-Proteste. Herr. Habeck plant derzeit, den niedersächsischen Reaktor im Dezember abzuschalten und zwei weitere Anlagen (eine davon in Bayern) in Betrieb zu halten.

Irgendwo muss die Energie ja herkommen, Mr. Söders kurze Nachricht. Man kann es aus Schiefer oder aus Kernkraft gewinnen – Mr. Söder bleibt Atomkraft-begeistert – aber die Gewinnung der deutschen Brennstoffressourcen ist keine Option mehr. Nachricht anscheinend erhalten. Das tat diese Woche auch das linksgerichtete Nachrichtenmagazin Spiegel Er wunderte sich über sich selbst Warum genau ist Fracking eine Hürde vor der Landtagswahl in Niedersachsen?

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Halten Sie nicht den Atem an für diese Diskussion, die bald zu deutschem Hass führen wird. Eine Umfrage fand im Sommer statt Nur 27 % der Befragten unterstützten FrackingAls Lösung für die Energiekrise in Deutschland unterstützen 81 % mehr Wind und 61 % die Verbrennung von mehr Kohle.

Aber gib die Hoffnung nicht ganz auf. Die eigentliche Überraschung dieser Umfrage war, dass 56 % der Befragten „nur“ komplett gegen Fracking waren, während die restlichen 17 % unentschlossen waren. Nachdem Wähler jahrelang mit Anti-Fracking-Botschaften bombardiert wurden, beginnen Befürworter die neueste Debatte aus dem Stand. Der Widerstand ist nicht annähernd überall, dass die harten Realitäten, die Russlands Krieg Europa auferlegt hat, die Tür zu einem skeptischeren Denken über die deutsche Energiepolitik öffnen werden.

Deutschland entscheidet, ob es sich weltweit in einer Reihe von außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Debatten aktiver einbringen will. Bisher hat die Vorstellung von Deutschland als ressourcenarmes Land viele außenpolitische Debatten untermauert und Berlin zu einer gegenteiligen Position ermutigt. Doch diese wahrgenommene Ressourcenarmut ist eher eine Form erlernter Hilflosigkeit als eine geografische Realität. Ob Deutschland diese Tatsache ansprechen kann, Mr. Scholes“Wendepunkt“ kann genommen werden.

Politiker sagen uns, dass Ereignisse wie Hurrikan Ian ein Symptom einer „Klimakrise“ sind, die nur durch Netto-Null-CO2-Emissionen gelöst werden kann. Einige Wissenschaftler glauben jedoch, dass der Schwerpunkt auf Minderung und Innovation liegen sollte. Bilder: AP/Reuters Composite von NASA: Mark Kelly

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