Romy schwimmt im Rhein

Ausflug an den Rhein. Isabel Marschall, Romy und Dyos.

Sehr geehrte Leser, vor 4 Wochen meldete sich Romy bei uns zum ersten Mal zu Wort. Romy ist ein honigfarbener Labradorwelpe, der seit jetzt fünf Wochen bei der Tierpsychologin Isabel Marschall lebt. Zum Rudel gehört noch der neunjährige Labradorrüde Dyos. Wir begleiten Romys erste Monate, um allen, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Hund in die Familie aufzunehmen, einen Überblick über die wichtige Erziehungszeit und die Entwicklung beim jungen Hund zu geben.

Hallo, ich bin’s wieder, Eure Romy. Ich bin jetzt 14 Wochen alt und richtig groß geworden. Muss auch so sein, denn ich werde ja mal ein großer Labrador. Es könnte aber auch sein, dass ich ein Labrador-Seehund- Mix bin. Ich schwimme nämlich gerne und war sogar schon im mächtigen Rhein baden.

Welpen in Romys Alter lassen sich gerne von älteren Hunden animieren. In Romys Fall war es Dyos, der selbst ein begeisterter Schwimmer ist, der Romy ins Wasser gelockt hat. Die ersten Schwimmübungen wurden im Schwimmweiher des Hundezentrums gemacht, vergangene Woche waren dann beim Ausflug nach Bingen die ersten Runden im Rhein dran. Wichtig: Lassen Sie Ihren Welpen nie ungesichert schwimmen! Brustgeschirr und lange Leine sind ein Muss, wenn Sie Ihren Hund lieben. Romy lernt natürlich nicht nur Schwimmen. Mit kleinen Übungen und wenigen Schritten übt Isabel Marschall mit Romy „Fuß“, das Gehen an der kurzen Leine. Auch das Apportieren klappt richtig gut. Romy hat gelernt, dass sie gelobt wird, wenn sie etwas bringt. Herrchen und Frauchen sollten deshalb auch „Zerr- oder Reißspielchen“ vermeiden, bei denen sie vermeintlich mit ihrem Hund um eine Beute kämpfen. Der Mensch wird so zum Konkurrenten und der Hund gibt dann seine Beute nicht mehr gerne ab. Weiterhin sind diese „Spiele“ ungünstig für die Halswirbelsäule und das Gebiss. Das kann auch zu Komplikationen bei der Fütterung führen. Romy hingegen hat gelernt, dass sie sich um die Fütterung keine Sorgen zu machen braucht. Deshalb funktioniert auch das richtige Prozedere: „Sitz“ – warten – und „Nimm“. Auch der Austausch mit Artgenossen will trainiert sein, dazu passen die Sozialisierungsstunden mit Gleichaltrigen – immer unter Aufsicht – und die Begegnungen mit anderen Hunden. So wie beim Ausflug nach Bingen an den Rhein. Da sind die drei – also Isabel Marschall, Dyos und Romy – auch einigen knurrenden und bellenden Hunden begegnet. Das war eine neue Erfahrung für Romy, aber die Gelassenheit der beiden anderen hat die Kleine beruhigt. Nach so einem aufregenden Ausflug gilt es, dem Welpen ausreichend Schlaf zu gönnen. Nach wie vor gilt: Romy braucht viel Schlaf, um das Erlebte verarbeiten zu können.

Die Welt ist spannend für so einen Pimpf wie mich. Dauernd gibt es etwas Neues zu entdecken: Den Handfeger, der sich so prima stibitzen lässt, diese Baumstümpfe, auf denen man so prima sitzen und weiiiit schauen kann und mein Kumpel Dyos, der sich sogar mal das rosa Plüschschwein von mir abnehmen ließ. Manchmal nerve ich ihn wohl und dann knurrt er rum. So richtig chefmäßig. Da mache ich mich dann vom Acker und lass meinen Frust am Kauknochen aus. Der hält was aus, der Gute. Und den gehe ich auch wieder suchen, der liegt wahrscheinlich bei meiner Decke und ich brauche jetzt ne Mütze Schlaf. Ich melde mich aber wieder. Bis dahin: Haltet die Ohren steif!

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