Auch am Weyroth rollen bald die Bagger

Auf diesem Acker im Süden der Stadt sollen bis Mitte 2018 31 Reihenhäuser stehen. Die Deutsche Reihenhaus AG ist, wie der Name unschwer erkennen lässt, spezialisiert auf solche Projekte. Foto: M. Ristow

Grafik: StadtLandBahn

Im Stadtgebiet wird auch 2017 viel gebaut: Reihenhäuser und Fahrradparkhaus kommen

von Marian Ristow

Bad Kreuznach. Es war die erste Sitzung des Stadtrates nach dem Tod von Peter Anheuser: Und der Rat gedachte seinem langjährigsten Mitglied mit Trauerreden und einem Blumenstrauß an Anheusers Sitzplatz. Oberbürgermeister Dr. Heike Kaster-Meurer würdigte nochmals die großen Verdienste des umtriebigen Politveteranen, der Ende Oktober überraschend verstorben war. Kaster-Meurer sprach sichtlich mitgenommen von einem großen menschlichen Verlust, denn Anheuser habe sich voller Hingabe und mit großem Einsatz um die Stadt verdient gemacht. Peter Anheuser habe sich mit seiner „eisernen Kondition und Konstitution“ den Respekt über alle Parteigrenzen hinweg verdient. Die Oberbürgermeisterin schloss: „Wir haben ihm viel zu verdanken.“

Anheusers Nachfolger auf dem Posten des Fraktionsvorsitzenden lobte den Verstorbenen als „unbeirrbaren Kämpfer“, der keinen Konflikt scheute und viele für die Stadt wichtige Maßnahmen begleitete. Eine dieser, schlug Klopfer vor, solle künftig Anheusers Namen tragen: Der Panoramaweg.

Mit Fördermitteln zum Fahrradparkhaus

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die Errichtung des geplanten Mobil- und Infopunktes am Bahnhof Bad Kreuznach umzusetzen, sofern die am 30.9.2016 beantragten Bundesfördermitteln für das Vorhaben gewährt werden“ hieß es in einer Beschlussvorlage. Am Bahnhof soll in Richtung Postfiliale ein architektonisch anspruchsvolles Informations- und Dienstleistungszentrum zu den Themen E-Mobilität, Tourismus, Kultur und ÖPNV entstehen, ein Parkhaus mit rund 400 Fahrradstellplätzen inklusive. Das vom Bopparder Planungsbüro „StadtLandBahn“ erarbeitete Konzept wurde im April beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit eingereicht und konnte sich beim Wettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ gegen 182 andere Skizzen durchsetzen. Die Stadt, die den Radverkehr in der Stadt damit forcieren möchte, muss nun einen detaillierten Förderantrag für dieses „Leuchtturmprojekt“, wie es in der Projektmappe heißt, einreichen. Die Baukosten belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro, wobei im Idealfall 90 Prozent davon gefördert werden.

Prinzipiell, da war sich der Rat einig, sei der Bau eine gute Idee, dennoch gab es einige strittige Punkte. So formulierte Lothar Bastian (Die Grünen), dass der Infopunkt nicht zum Solitär werden dürfe. „Die Vernetzung muss gegeben sein. Und dazu müssen Radwege gebaut werden“, sagte Bastian. Der Bahnhofsvorplatz sei außerdem ein Fossil aus den 1960er-Jahren, dort müsse ebenso etwas geschehen. „Bitte sehen Sie zu, dass das alles zeitnah passiert. Denn sonst wird der Infopunkt nicht angenommen.“

Werner Klopfer (CDU) forderte Nachjustierungen. Dem Fraktionschef der CDU fehlte vor allem eine Folgekostenberechnung. Außerdem müsse vorneweg klar sein, wer die Büroflächen (rund 800 Quadratmeter) dort anmiete. „Mit vagen Angaben können wir da nichts anfangen. Das muss qualifiziert werden“, merkte Klopfer an. Jürgen Locher (Die Linke) gab zu Bedenken, dass das Projekt, bezogen auf die Größe von 400 Stellplätzen, vielleicht zu ambitioniert sein könnte. „Die Stadt muss sich anstrengen diese voll zu bekommen“. Am Ende wurde der Verwaltungsvorlage einstimmig zugestimmt.

Reihenhäuser am Weyroth

Die Südstadt wächst. Nicht nur in den florierenden Neubaugebieten „In den Weingärten I und II“ tut sich etwas, auch am Weyroth rollen auf lange Sicht die Bagger. Dort will die Deutsche Reihenhaus AG mit Sitz in Köln (jährlicher Umsatz um die 120 Millionen Euro) 31 Reihenhäuser errichten (zwischen Weyroth und Humperdinckstraße, kurz bevor die Straße in die „Hohe Bell“ abknickt) – die Siedlungskante der Stadt soll so nach Osten hin abgerundet werden.

Dazu wird ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt und dem Konzern geschlossen. Die Deutsche Reihenhaus AG wird die erforderliche Planung auf eigene Kosten in Rücksprache mit der Stadtverwaltung durchführen. Zwei Grundstücke (4154 Quadratmeter) hat die Deutsche Reihenhaus bereits von der Stadt erworben, weitere Flächen in der Größe von in toto 3.713 Quadratmetern sollen folgen. Später ist angedacht, dass die Straße Weyroth in das Neubaugebiet „In den Weingärten“ weitergeführt wird.

Die Reihenhäuser sollen jeweils eine Fläche von 116 bis 141 Quadratmetern aufweisen. Der Stadtrat änderte den Bebauungsplan entsprechend, der Weg für das Neubauprojekt ist also frei.