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Alibaba-Aktie im Aufwind – dank Ryan Cohen?

 

Alibaba ist wohl jedem Menschen ein Begriff, der sich ein wenig mit dem Thema Online-Handel auskennt. Die Aktie des chinesischen Konzerns befindet sich derzeit im Aufwind. Den Grund sehen die meisten Analysten im Einstieg des bekannten Meme-Stock-Investors Ryan Cohen.

Wall Street Journal: Cohen fordert beim Management konkretes Handeln ein

Wie das Wall Street Journal berichtet, ging der Kauf der Alibaba-Aktien bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres über die Bühne. Cohen ist stärker in die geschäftlichen Belange des Riesenkonzerns involviert, als die meisten Beobachter wissen. Mit einem rein finanziellen Investment gibt sich der Kanadier nicht zufrieden. Beim Vorstand des Konzerns forderte er konkretes Handeln ein, wie das Wall Street Journal in einer der letzten Ausgaben berichtete.

Laut dem Magazin ist Cohen der Auffassung, dass die Aktien von Alibaba stark unterbewertet sind. Er rechne damit, dass der Umsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre zweistellige Zuwächse verzeichnen wird. Des Weiteren glaubt Cohen an eine Verbesserung der Cashflow-Quote. Vor diesem Hintergrund bat der Investor das Management, das eigene Aktien-Rückkaufprogramm auszuweiten.

In der Folge wurden beträchtliche Mittel für den Rückkauf der Wertpapiere bereitgestellt. Cohen liebäugelte offenbar mit einem Volumen von 60 Milliarden Dollar. Alibaba hatte zunächst 25 Milliarden Dollar avisiert, erhöhte das Budget dann aber auf insgesamt 40 Milliarden Dollar. Das Programm läuft noch bis einschließlich März 2025.

In Wirtschaftskreisen gilt Cohen als aktivistischer Investor, der sich ungern zurückhält. In den sozialen Medien ist der Kanadier omnipräsent. Er setzt gerne einmal Memes oder Tweets ab, die dann eifrig diskutiert werden. Cohen hat schon oft ein gutes Gespür bewiesen. Sein Verhalten gegenüber dem Management von Alibaba ist ungewöhnlich – gerade, weil es sich um einen chinesischen Konzern handelt.

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Beobachter: Einfluss von Cohen wird überschätzt

Inwieweit der Einstieg Cohens bei Alibaba tatsächlich für den Höhenflug der Aktie verantwortlich ist, wird in Fachkreisen heftig diskutiert. Es ist keine Frage, dass sein Investment den einen oder anderen Aktionär dazu gebracht hat, sein Engagement zu verstärken. Jedoch sehen Beobachter weitere Gründe, weshalb die Aktie des Mega-Konzerns derzeit gefragt ist wie seit langer Zeit nicht mehr.

Für Rückenwind sorgte mit einiger Sicherheit die Kehrtwende in der chinesischen Corona-Politik, die unlängst von Präsident Xi eingeläutet wurde. Von seiner Seite gab es überraschende Zugeständnisse an den unterdrückten Technologie-Sektor, der für einen großen Teil der Wirtschaftskraft des Landes verantwortlich ist. Der Hang Seng-Index, der über lange Zeit geschwächt war und im Oktober einen Tiefpunkt erreichte, stieg in den letzten Wochen deutlich an.

Ryan Cohen ist schon heute eine Investorenlegende

Trotz seines jugendlichen Alters (das Geburtsdatum schwankt zwischen 1985 und 1986) ist Ryan Cohen schon jetzt eine Investorenlegende. Der kanadische Unternehmer gründete im Jahr 2011 den Onlineshop Chewy, der sich zu einem der führenden Anbieter von Tierbedarf entwickelte. Cohen schaffte es, den Ertrag auf 3,5 Milliarden US-Dollar zu steigern. Nach dem Verkauf an PetSmart im Jahr 2011, der 3,4 Milliarden US-Dollar einbrachte, stieg er aus dem Unternehmen aus.

Ende des Jahres 2020 gab Cohen 76 Millionen Dollar aus, um einen Anteil von 13 Prozent an Gamestop zu kaufen. Das Management drängte er dazu, das angeschlagene Unternehmen umzustrukturieren. Im Januar 2021 trat er in den Vorstand von GameStop ein. Sein Vermögen stieg in diesem Monat sprunghaft an, da der Aktienkurs steil nach oben ging.

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Bereits im Alter von 15 Jahren gründete Cohen sein erstes Unternehmen. Er kassierte Gebühren für die Vermittlung von E-Commerce-Seiten. Gegenwärtig ist er Vorstandsvorsitzender bei Gamestop. Cohen ist der größte private Eigner von Apple-Aktien: Er besitzt 1,55 Millionen Aktien. An Gamestop hält der Investor 12,9 Prozent.

Um Ryan Cohen ranken sich einige Mythen und Halbwahrheiten. Sicher ist jedoch, dass der Multimilliardär zu Beginn des Jahres gerade einmal 2 Aktienpositionen hatte – Apple und Wells Fargo. Dieser Ansatz ist untypisch: Vermögensverwalter raten stets zu einem diversifizierten Portfolio. Ähnlich unkonventionell agiert Charlie Munger, ein Geschäftspartner des legendären Warren Buffett. Er hat nur 3 Kerninvestments – einen chinesischen Hedgefonds, Berkshire Hathaway und Costco.

Cohen liebt Aktien, weil sie nach seiner Aussage mehr Rendite als Immobilien bringen. Seine viel diskutierte Anlagestrategie geht auf seinen Vater zurück. Dieser erklärte ihm in jungen Jahren, dass Aktien seit den 1920er-Jahren durchschnittlich 9 Prozent Rendite erzielten. Immobilien, so Cohen Senior, bringen es dagegen nur auf 4 Prozent.

Alibaba-Aktie an NYSE stark

Die Alibaba-Aktie konnte zuletzt deutlich zulegen. An der New York Stock Exchange (NYSE) wurde vor wenigen Tagen ein Kurs von rund 111 Dollar je Aktie notiert. Noch im November lag der Kurs deutlich unterhalb von 70 Dollar je Aktie. Seit Mitte Dezember ist jedoch eine deutliche Erholung zu verzeichnen.

Die Berg-und-Tal-Fahrt der Alibaba-Aktie ist auch auf die strengen Auflagen der chinesischen Behörden zurückzuführen, die die Technologie-Unternehmen in der Corona-Krise ungewöhnlich scharf regulierten. In den USA müssen Tech-Unternehmen wie Adobe keine scharfen Restriktionen fürchten. Die kreativen Freiheiten werden z.B. genutzt, um Tools zu erstellen, mit denen sich PDFs zusammenfügen lassen.

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Analysten sehen für Alibaba eine positive Entwicklung – nicht zuletzt, weil die Ant Group, der der Konzern gehört, unlängst eine Kapitalerhöhung durchsetzen konnte. Im Jahr 2020 scheiterte der Börsengang der Ant Group, der ein Volumen von 35 Milliarden US-Dollar hatte. Dass die Behörden nun endlich grünes Licht für die Fortentwicklung der Muttergesellschaft geben, stimmt viele Beobachter optimistisch. Bei der Erhöhung des Stammkapitals handelt es sich offiziellen Angaben zufolge um einen Anstieg von 8 auf 18,5 Milliarden Yuan.

Bereits seit 2004 betreibt die Ant Group Alipay, ein chinesisches Online-Bezahlsystem, das von mehr als 520 Millionen Menschen genutzt wird. In China hat die Plattform einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Laut dem Alexa-Ranking ist Alipay eine der 50 beliebtesten Internetseiten. Jeden Tag werden bei Alipay über 100 Millionen Transaktionen abgewickelt.

Wie der Fernsehsender CNBC berichtet, hat die Ant Group 6 Monate Zeit, die Änderungen abzuschließen. Nach dieser Frist wird die Genehmigung für die Kapitalerhöhung ungültig. Die Bedingungen, unter denen die Umstrukturierungen durchzuführen sind, wurden kürzlich öffentlich bekanntgegeben.

Nach dem Abschluss der Änderungen wird die Ant Group einen Anteil von 50 Prozent an der Alipay-Gesellschaft halten. Die andere Hälfte des Unternehmens werden sich unter anderem die Sunny Optical Technology Group und ein Unternehmen teilen, das von der Regierung in Hangzhou gestützt wird. Wie es um die Pläne für eine Wiederaufnahme der Börsengang-Pläne aussieht, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch vollkommen unklar.

Manni Winkler

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