Viktoriastift erhält NABU-Auszeichnung

Sie freuen sich, dass die jungen Patienten der Klinik Viktoriastift so rege an den Fledermaus-Exkursionen auf der Roseninsel teilnehmen (v.l.): Rainer Michalski (NABU), Dr. Johannes Oepen (Klinik Viktoriastift), Beate Thome (NABU), Mechthild Temmes-Altmaier (Klinik Viktoriastift) und Alessandro Relic (NABU). Foto: Landeskrankenhaus

Fledermäuse als Therapiehelfer

Bad Kreuznach (red). Seit Mai 2017 spielen in der Klinik Viktoriastift (KVS) in Bad Kreuznach die monatlichen Fledermausexkursionen auf der Roseninsel eine besondere Rolle. Die Exkursionen sind ein erlebnispädagogisches Element in der Therapie der Kinder und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen, die in der KVS behandelt werden und die aus dem gesamten Bundesgebiet stammen. Geleitet werden sie von NABU-Fledermausbotschafterin Beate Thome, aktives Mitglied im BUND, Waldpädagogin und Leiterin des „Naturcamp Hunsrück.

Für diese gelungene Öffentlichkeitsarbeit mit Breitenwirkung wurde die Klinik nun vom NABU mit Plakette und Urkunde zur Aktion „Fledermäuse willkommen“ ausgezeichnet. „Dieses für eine Klinik ungewöhnliche Angebot kommt nicht nur den Kindern zu Gute, sondern auch den Fledermäusen“, erklärt Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach und Umgebung. Die 25 in Deutschland heimischen Arten seien fast alle in ihrem Bestand bedroht. Man könne nicht genug aufklären, denn es gebe immer noch viele Vorurteile gegen die nützlichen Insektenjäger.

Dr. Johannes Oepen, ärztlicher Direktor der KVS, erläutert den therapeutischen Ansatz: „Kinder brauchen Natur. Direktes Naturerleben ist etwas ganz anderes, als das Anschauen von Filmchen auf dem Smartphone. Mit solchen Angeboten setzen wir Impulse für eine andere Lebensweise, und das führt zu einem Benefit für die Gesundheit.“ Pflegedirektorin Angela Körte ergänzt: „Für die Mitarbeiter auf den Stationen sind die Exkursionen eine gute Möglichkeit, die Kinder in einer anderen Lebenssituation zu beobachten und Interessen festzustellen. Das führt oft zu neuen Erkenntnissen.“

Die Idee zu den für die Kinder freiwilligen Exkursionen, an denen auch die Eltern teilnehmen können, kam von Mechthild Temmes-Altmaier, Leiterin der Station D in der KVS. Sie sagt: „Viele Kinder machen gerne auch mehrfach mit. Bis zu 30 sind es pro Veranstaltung, und so mancher Zappelphilipp bringt sich zum Erstaunen der Eltern mit fachkundigen Antworten ein, wenn Beate Thome in ihrem Vortrag die Lebensweise der Fledermäuse erläutert.“ Im kommenden Jahr soll die erfolgreiche Veranstaltung fortgesetzt werden. Michalski: „Bleibt zu wünschen, dass noch viele Kinder und Fledermäuse davon profitieren."

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