Mehr Bezahlbarer Wohnraum für Bürger*innen in Bad Kreuznach

Jürgen Eitel (l.), FDP-Stadtverbandsvorsitzender, bedankte sich bei der GEWOBAU und ihrem Geschäftsführer Karl-Heinz Seeger für den Vortrag. Foto: Emanuel Letz

FDP und Gewobau verfolgen gleiches Ziel

Am 22. Januar referierte der Geschäftsführer der Gewobau Karl-Heinz Seeger mit Thomas Sapper (Haus 4.0) auf Einladung des FDP-Stadtverbandes über das Thema „bezahlbares Wohnen in Bad Kreuznach“. 

Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Eitel begrüßte zahlreiche Gäste und bedankte sich bei der Gewobau und ihrem Geschäftsführer Karl-Heinz Seeger vorab für das Interesse. Karl-Heinz Seegers Vortrag über modulares und serielles Bauen zeige auf, welche Chancen und Risiken in der Realisierung von bezahlbarem Wohnraum in Bad Kreuznach liegen.

Karl-Heinz Seeger gab den Dank für das Interesse am Thema „sozialer Wohnungsbau“ gern zurück und gab einen Einblick in die Struktur der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, das verfügbare Know-how und das bundesweite Netzwerk, dem die Gewobau angehört. Bezahlbaren Wohnraum zu finden sei nicht nur für Menschen in prekären Wohnverhältnissen, sondern zunehmend auch für die Mittelschicht eine Herausforderung.

Wohnungsbaugesellschaften wie auch private Investoren sehen hier eine Lösung im modularen und seriellen Bauen. Durch Elemente des seriellen und modularen Bauens nach dem Baukastenprinzip sowie Typenbebauung lassen sich 15 bis 20 % der Baukosten senken und gleichzeitig eine moderne, zeitgemäße sowie ansehnliche Bauweise realisieren. Im Fokus steht insbesondere beim Neubau die Energiegewinnung, beispielsweise durch langlebige Baumaterialien oder Holzhybridbauten. Das langfristige Ziel ist, neben den Baukosten auch Energiekosten einzusparen, um Mieter und Wohneigentümer deutlich zu entlasten. So werde es im Projekt Solar-Quartier, das die Gewobau gemeinsam mit Haus 4.0 und den Stadtwerken im Baugebiet „In den Weingärten“ realisieren wird, darum gehen, energieautarke Häuser zu bauen, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. 

Eine der wesentlichen Herausforderungen im Wohnungsbau ist letztendlich der Grundstückserwerb. Dieser mache bis zu 40 % der Baukosten aus. Zwar gebe es noch einige Grundstücke, doch die Preise für Bauland lägen aufgrund der gestiegenen Nachfrage entsprechend hoch. Die Gewobau werde deshalb neben dem Neubau und dem Grundstücksvertrieb die energetische Sanierung ihrer ca. 2.000 Mieteinheiten vorantreiben und weitere Häuser aufkaufen, um im bezahlbaren Sektor bleiben zu können. Dennoch wünscht sich Seeger bei den Grundstücksvergaben, dass eher auf die Konzepte der Investoren geschaut werden soll und nicht ausschließlich auf monetäre Aspekte. 

Sparen bedeutet jedoch nicht auf Komfort und Ästhetik zu verzichten. Trotz Modernisierung von Bestandsimmobilien kann die Gewobau im Schnitt einen Preis von etwa 5 € pro Quadratmeter (bei öffentlicher Förderung) anbieten. Im Neubaubereich werden teilweise marktübliche Preise von bis zu 12 € pro Quadratmeter aufgerufen, bei der Gewobau liege der Preis etwa bei 8 € pro Quadratmeter. 

Um im Wettbewerb bestehen zu können, setze die Gewobau deshalb auf schlanke Strukturen im Unternehmen. Die Zahl der Bewerber für Mietwohnungen – derzeit sind 600 Personen auf der Warteliste – zeige, wie bedeutsam dieses Marktsegment in der Stadt ist. 

Gegen Ende der Veranstaltung würdigte Jürgen Eitel den sehr informativen Vortrag und betonte, dass die FDP alles dafür tun wolle, sich ebenfalls für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Es müsse auch etwas für Menschen getan werden, die sich eben nicht Neubauten auf dem freien Wohnungsmarkt leisten könnten. „Bezahlbares Wohnen“ sei elementar und eine Frage auch in der Mitte der Gesellschaft, so Jürgen Eitel. Deshalb sei es von Bedeutung, nicht nur teure Eigentumswohnungen zu fördern, sondern auch preislich günstigere Segmente.

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