Gesundheitsministerium bittet Kreuznacher um Hilfe

Foto: privat

Team aus Helfern der beiden Bad Kreuznacher Organisationen Aktion Augenlicht und Interplast Germany leisten humanitäre Hilfe in Tschetschenien

Bad Kreuznach (red). „Was sich in Tschetschenien im Moment abspielt, ist unglaublich. Die unzähligen hilfesuchenden Kinder und Jugendlichen, die vom Hörensagen oder den rund um die Uhr ausgestrahlten Fernsehaufnahmen des bevorstehenden Hilfseinsatzes der Naheländer erfahren haben, werden das Krankenhaus über die seltsamsten Wege stürmen und belagern, vielleicht sogar heute schon. Als wir in 2013 in Grozny im Klinikum angekommen sind, waren die Gänge bereits voll von Menschen aus allen Teilen der Region, die dort bereits seit mehreren Tagen auf dem Fussboden übernachtet hatten, um ja den deutschen Ärzten, die einen so tollen Ruf in diesem Land haben, vorgeführt werden zu können.

Dies ist mittlerweile der fünfte Einsatz von Augenlicht und Interplast in Tschetschenien. In 2013 war es folgendermaßen, alles wurde versucht, um bis zu der „Kreuznacher Hilfsorganisation“ vorzudringen. Jeder, der Hilfe suchte, wurde untersucht und beraten, hierfür verantwortlich war und ist  Dr. Eva Borsche die in ihrer Eigenschaft als Allgemeinmedizinerin für diese Funktion bestens geeignet ist, hier wird eine menschlich & medizinisch sehr schwierige Vorauswahl getroffen. Unterstützt wird sie von Elena Vitovic, einer jungen Kreuznacherin mit russischen Wurzeln, die dieses zum ersten Mal zusammen mit Ihrer Schwester Irina als Dolmetscherin helfen wird.

Kinder denen vor Ort geholfen werden kann, bekommen einen Operationstermin, manche werden nur beraten, andere wiederum werden nach für eine weitere, schwierigere Behandlung nach Deutschland eingeladen. Jeder der ein Gespräch wünscht, wird dieses auch erhalten und wenn wir bis in die Nacht hinein im Klinikum bleiben müssen. In den Operationssälen werden deutsch-tschetschenische OP-Teams die Kinder die im Rahmen der Voruntersuchung ausgewählt wurden, operieren. Hierfür wurde ein spezielles Diagnoseprogramm mit Bildern und Informationen entwickelt, welches sich in der Vergangenheit bereits bewährt hatte.

Um in diesem ganzen Trubel nicht den Überblick zu verlieren ist die Aktion Augenlicht, Alexander Jacob mit von der Partie. Es treten immer wieder unvorhergesehene Probleme auf, die dann schnellstmöglich und möglichst unbürokratisch, aber trotzdem mit Fingerspitzengefühl aus dem Weg geräumt werden müssen. Dies ist nicht immer so einfach, doch zum Glück konnte ich meinem Vater bei gemeinsamen Einsätzen in Krisenregionen immer wieder über die Schulter schauen und so viel von Ihm lernen.

Der in 2010 verstorbene Alex Jacob Senior ist nach wie vor der Wegbereiter für Aktionen wie diese. In Gesprächen und selbst in den Gebeten der Tschetschenen wird die Dankbarkeit des Volkes immer wieder zum Ausdruck gebracht, was uns, v.a. mich sehr bewegt und motiviert.

In 2013 wurden insgesamt mit diesem System in kürzester Zeit 293 Kinder untersucht und beraten und 69 Kinder wurden operiert. Wir freuen uns schon sehr und sind gespannt, was uns dieses Mal erwartet.

Das Interplast-Team unter der Leitung von Dr. Borsche, der vor allem mit seinem fröhlichen Gemüt und seiner Fachkompetenz so viele kleine Wunder vollbringen wird, erwartet Kinder die Opfer von Gasunfällen geworden sind, aber auch Gaumenspalten und schlimme Verbrennungen werden auf der Tagesordnung stehen.

Der Schwerpunkt wird aber auch auf der Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal und der Weiterentwicklung medizinischer Infrastruktur  gelegt. Aus diesem Grund wird Andre Borsche einen Vortrag an der Universität in Grozny halten. Auch werden viele junge, sogar deutschsprechende Ärzte mitwirken.

Das Geheimnis der erfolgreichen Zusammenarbeit liegt  in dem kameradschaftlichen Umgang auf Augenhöhe. Das Interesse der Medien  ist bereits sehr groß, wie uns unsere Freunde in Tschetschenien berichteten. Es gab bereits zahlreiche Anfragen von  Vertretern des russischen,  Getreu dem Motto „Im Netzwerk arbeiten, bedeutet erfolgreich Arbeiten“ ist es Aktion Augenlicht, Alexander Jacob gelungen, diesen Einsatz im noch immer schwer erreichbaren Tschetschenien zu organisieren.

Spenden bilden die Grundlage unserer Arbeit. Sie ermöglichen es uns, die schwerstverletzten, aus Zeitgründen nicht zu behandelnden Kindern vor Ort, nach Bad Kreuznach zu holen und zu helfen. Nur wenn wir von engagierten Menschen unterstützt werden, können wir helfen.“

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