Citypastoral startet Projekt „Nahe-Raum" auf der Nahebrücke

Das Projektteam: Dechant Günter Hardt (v.l.), Gemeindereferent Bernhard Dax, Pastoralreferent Daniel Bidinger und Pfarrer Michael Kneib. Foto: N. Lind

Nahe-Raum, Erkundung, Netzwerk und Inspiration

Bad Kreuznach (nl). Was macht Bad Kreuznach lebenswerter? Was könnte dein Leben lebenswerter machen? Das sind die Kernfragen, mit der Nachbarschaft und den Menschen ins Gespräch zu kommen und mit ihnen nach einem lebenswerteren Leben in Bad Kreuznach zu suchen. Der „Opener“ zum Dialog am Montag, 24. September, fand direkten Anklang, denn zahlreiche Passanten schrieben unvermittelt ihre Wünsche und Anregungen auf die von der Citypastoral aufgestellten Banner auf der Nahebrücke am Brückenkopf zur historischen Altstadt – ein gutes Zeichen und ein guter Start für das kirchliche Projekt „Nahe-Raum“.

Daniel Bidinger vom Projektteam „Nahe-Raum“ hat mit Projektpartnern und vielen Beteiligten an einem neuen Ansatz gearbeitet, der auf Dialog und Mitbestimmung angelegt ist. Es wurde zudem ein neutraler Raum (ehemalige Kreuznacher Rundschau, Mannheimer Straße 82, Ecke Klappergasse) angemietet, in dem sie alle Menschen zum Gespräch, zum Mitmachen oder zur Umsetzung eigener Ideen einladen.  Ihre vier Säulen „Nahe-Raum“, Erkundung, Netzwerk und Inspiration zielen auf Begegnung, Beziehung, Gespräch und Erlebnis ab. „Von den neuen Räumlichkeiten aus gehen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter aber auch hinaus auf die Straßen und auf die Plätze der Stadt – mitten unter die Menschen", sagt Stadtpfarrer von Heilig Kreuz, Michael Kneib.

Es geht um den Menschen, nicht um den Glauben

„In den nächsten Monaten wollen wir das Projekt ins Rollen bringen und die normalen Anfangshürden, wie zum Beispiel die noch fehlende Einrichtung, überwinden. Der Baustellencharakter an der Eröffnung zeigt auch unser Konzept", sagt Bernhard Dax vom Projektteam „Es geht in erster Linie um den Menschen, nicht um den Glauben. Wir möchten nicht warten, bis sie zu uns kommen, wir werden auf die Menschen zugehen, auch auf diese, die den Weg zu den Kirchen nicht mehr finden. Und mit den Menschen werden wir den Nahe-Raum auf Augenhöhe weiterentwickeln." Darunter zählt, neue Fragen in den Fokus zu rücken, die Menschen miteinzubeziehen – „Partizipation ist uns wichtig. Das sich entwickelnde Projekt ist keine fixfertige Lösung, sondern ein Entwicklungsangebot“, so Pfarrer Kneib, „das auch offen für Aktionen, die pfiffig sind und inspirieren“. Traum für Bidinger ist beispielsweise eine Lichtkabine im Winter, in der die Menschen Tageslicht tanken können.

Ab November sind schon einige Aktionen geplant. So startet jeweils dienstags von 15 bis 18 Uhr das Zuhörangebot „das Ohr". „Wenn Sie eine Geschichte aus ihrem Leben zu erzählen haben oder nur zwei Sätze, ich freue mich" sagt Daniel Bidinger. Denn jeder, der mitmachen möchte, ist eingeladen, sich zu beteiligen – ganz anonym und kostenfrei.

Besondere Form kirchlichen Handelns

In Koblenz, Saarbrücken und Neunkirchen gibt es ähnliche Projekte der Citypastoral, aber in anderer Form und Ausprägung. In Bad Kreuznach wird das Projekt (außer den Personalkosten) vom Bistum Trier für 3,5 Jahre finanziert. „Wir konnten das Bistum von unserer Projektidee überzeugen. Es passt nämlich gut zum Gedanken der Synode: a) wie Kirchen der Welt dienen und b) über die Grenzen hinaus.“

Der Nahe-Raum ist ein Projekt der Citypastoral, die eine besondere Form kirchlichen Handelns ist. Sie will kirchliche Präsenz in der City gewährleisten und soziale und religiöse Impulse in das Leben der Stadt geben. Sie bietet Information, Gespräch und Seelsorge an – und das in professioneller Form. Das Dekanat Bad Kreuznach und die Pfarrei Heilig Kreuz beschreiten damit einen neuen Weg in die Stadt – mitten unter den Menschen. Neu ist dabei, dass im Nahe-Raum viele kirchliche und nichtkirchliche Kooperationspartner zusammenarbeiten werden.

„Wir sind am Dialog mit den Menschen interessiert, vor allem auch daran, was ihr Leben lebenswerter macht, was sie heute bewegt und welche Unterstützung sie brauchen, damit ihr Leben gelingen kann“, so Bidinger. „Damit leisten wir einen Beitrag zum sozialen Miteinander in der Stadt Bad Kreuznach.“

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