120 Operationen wurden beim dritten Einsatz in Bolivien durchgeführt

Eine junge Patientin freut sich über die Hilfe und einen mitgebrachten Teddy. Foto: Interplast Bad Kreuznach

Viele dankbare und glückliche Patienten

Bad Kreuznach/Riberalta (red). Am Donnerstag, 15. März, machte sich das neunköpfige Team der Interplast Germany e.V. Sektion Bad Kreuznach auf den Weg nach Bolivien. Unter der Leitung von Dr. Katharina Kamm aus Lübeck mit ihren Kollegen sowie der Bad Kreuznacher OP-Schwester Katharina Sojka und Dr. Dirk Blaschke startete der Einsatz mit einer über 36 Stunden dauernden Anreise.

Ihr Ziel, die kleine Stadt Riberalta im Norden Boliviens, mitten im Dschungel des Amazonasrandgebietes. Das in insgesamt 18 Koffern untergebrachte medizinische Equipment kam zum großen Teil erst Tage später am Einsatzort an. Lediglich elf Koffer waren zu Beginn vor Ort. Auch unter diesen schwierigen Voraussetzungen ließ sich das Team nicht entmutigen, improvisierte und begann umgehend mit der Arbeit.

Die hoffnungsvoll wartenden Patienten wurden mit Hilfe des örtlichen Chirurgen Huascar Suarez untersucht und gemeinsam entschieden, welche Operationen und medizinischen Versorgungen, während des zweiwöchigen Aufenthalts machbar sind. Wichtig bei dieser Entscheidungsfindung war auch die Sicherstellung einer adäquaten Nachversorgung durch den Kollegen vor Ort und seiner Möglichkeiten.

Um einer großen Anzahl von Patienten helfen zu können, arbeitete das Team an drei OP-Tischen bis spät in die tropischen Nächte. In den folgenden zwei Wochen wurden insgesamt 120, teils hochkomplexe Operationen durchgeführt. Das Alter der Patienten reichte von drei Monaten bis 78 Jahren, wobei mehr als die Hälfte von Ihnen Kinder waren.

Es gelang viele Leistenbrüche, vergrößerte Schilddrüsen, Lippen- und Gaumenspalten chirurgisch zu versorgen. Auch Weichteiltumore, Verbrennungsfolgen sowie Fehlbildungen im Gesichts-, Hand- und Fußbereich konnten korrigiert werden.

Für Interplast war dies bereits der dritte Einsatz in der bolivianischen Kleinstadt. So konnten die Mediziner vor zwei Jahren bei einem damals 10-jährigen Mädchen für eine komplett zusammengewachsene Hand die Greiffunktion operativ herstellen. Inzwischen geht sie in die fünfte Klasse und gehört dort zu den besten Schülerinnen. So stellte sie sich dem diesjährigen Einsatzteam begeistert vor, um auch ihre zweite Hand funktionsfähig machen zu lassen. Es ist für sie eine einzigartige Chance, ihr Leben ohne Stigmata und selbstbestimmt leben zu können.

Dieses nachhaltige Beispiel, viele dankbare und glückliche Patienten und die großartige Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort macht diese ehrenamtliche und beschwerliche Arbeit bei den Ärmsten der Armen so sinnvoll und lässt das Team schon die nächsten Einsätze planen.

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