„Klanglicht“: klanglich äußerst weiblich

Probe im Bosenheimer Kirchgarten: Chorleiter Christian Baer (links) arrangiert den Chor „Klanglicht“ seit rund fünf Jahren. Foto: M. Ristow

Bosenheim: Die Chöre „Klanglicht“ und „Klangsterne“ proben wöchentlich

von Marian Ristow

Bosenheim. Das Katharinenstift an der evangelischen Martinskirche im Stadtteil Bosenheim wird jeden Donnerstag zur Musik- und Chor-Werkstatt. Dann proben dort nämlich die beiden Gesangsgruppen des Vereins für Kirchenmusik, der Frauenchor „Klanglicht“ und die Nachwuchssängerinnen und -sänger, die „Klangsterne“.

Chorgesang ohne Männer

Das Chorsingen hat in Bosenheim eine große Tradition und diese setzt der 2002 gegründete Verein fort – auch wenn nicht mehr in der Form des klassischen, gemischten Kirchenchors. Bei den Proben und Auftritten des Chores „Klanglicht“ sind die männlichen Vokalisten nämlich klar in der Unterzahl: Bis auf Chorleiter Christian Baer sind alle Mitglieder weiblich. Vereinsvorsitzende Barbara Wand ist zwar äußerst zufrieden mit dem Wirken der „Klanglichter“, gegen ein Ergänzung des Stimmbildes durch männliche Timbres, hätte sie aber nichts einzuwenden. Der Chor sei nämlich nicht explizit als Frauenchor gegründet worden, der Zuspruch der Männer sei, was den Chorgesang betrifft, einfach sukzessive geschwunden, erklärt die Vorsitzende. Auch habe sich das Repertoire im Laufe der Jahre verändert. Man sei bei der Auswahl des Liedgutes zeitgemäßer geworden. „Natürlich singen wir noch klassische Kirchenliteratur, aber zu unseren Stücken zählen auch moderne Lobpreislieder, genau wie Songs aus den Charts“, erläutert Barbara Wand. Auf der Setlist stehen auch mal Songs von Andreas Bourani, James Blunt oder von Söhne Mannheims – das klassische Kirchenchorliedgut erfährt eine Ergänzung um moderne Pop-Songs.

Instrumentierung eigenständig arrangiert

Für die etwas veränderte musikalische Ausrichtung ist auch Christian Baer verantwortlich. Der dem Wiesbadener Knabenchor entstammende 33-Jährige hat seit 2011 die musikalische Leitung des Chores. Baer, der auch im benachbarten Planig einen Chor leitet, legt Wert auf eine gewisse musikalische Eigenständigkeit: „Uns ist es wichtig, dass wir alle Lieder selbst arrangieren. Wir verwenden keine Kaufnoten oder ähnliches, sondern gestalten die Songs selbst. Wir stecken da viel Leidenschaft rein.“ Die Begleitung des Gesungenen erfolgt meistens mit Klavier oder Gitarre. Neben all der künstlerischen Raffinesse, steht vor allem eins im Vordergrund: der Spaß. Denn ohne Spaß, kein Engagement. Zurzeit besteht der Frauenchor aus rund 18 Sängerinnen, gerne würde man aber mehr Sängerinnen oder gerne auch Sänger, donnerstags im Katharinenstift begrüßen können, lassen Barbara Wand und Christian Baer durchblicken. „Wir freuen uns über jeden, der Interesse am Singen hat, völlig egal, ob er oder sie schon mal aktiv in einem Chor gesungen hat. Auch Anfänger sind bei uns herzlich willkommen“, erklärt Barbara Wand. Eventuelle Berührungsängste seien da völlig unangebracht. „Hier passiert nichts schlimmes“, lacht Christian Baer. „Wir sind eine tolle Truppe und funktionieren als Gemeinschaft bestens.“

Nachwuchs: „Klangsterne“

Der Chorgesang im Stadtteil Bosenheim ist also fest in weiblicher Hand – bisher zumindest. Im Nachwuchsbereich, bei den „Klangsternen“, die aus rund 25 Kindern im Alter zwischen fünf und 14 Jahre bestehen, sind auch Jungs aktiv. Auch hier hat Christian Baer die musikalische Leitung, auch hier ist seine musikalische Handschrift zu erkennen: Neben traditionellen Chorstücken, richtet sich das Repertoire der „Klangsterne“ auch nach den Wünschen der Kids. So intoniert man zurzeit unter anderem „Wie schön Du bist“ von Sarah Connor.

 

 

Probentermine Frauenchor "Klanglicht"

donnerstags, ab 19.30 Uhr im Katharinenstift Bosenheim.  Karl-Sack-Straße

Kinderchor "Klangsterne"

(für Kinder von 5-11 Jahren) donnerstags ab 18.00 Uhr

Kontakt:

E-Mail: info--at--klanglicht-bosenheim.de