Herzensangelegenheit für die Sparkasse

(von links) Thomas Decker, Geschäftsführer DRK Kreisverband, Jens Treske, Sparkasse Rhein-Nahe, Peter Scholten, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Rhein-Nahe, Eckhard Hoseus, Sparkasse Rhein-Nahe, Luigi Terriuolu, DRK Kreisverband, Phillip Köhler, DRK Kreisverband, bei der Demonstration der Defibrillatoren. Foto: M. Ristow

Erste Hilfe: Acht automatische Defibrillatoren wurden angeschafft

Von Marian Ristow

Bad Kreuznach. Jährlich brechen in Deutschland 160.000 Menschen plötzlich zusammen und sterben sprichwörtlich den plötzlichen Hertztod. Bei 80 Prozent dieser Menschen sind lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen wie das Kammerflimmern dafür verantwortlich. Dabei kontrahiert sich das Herz bis 200 Mal pro Minute, kann aber seine effektive Pumpleistung nicht erbringen. Die Folge: Der Betroffene hat keinen intakten Blutkreislauf mehr und verliert Bewusstsein und Atmung; er ist faktisch tot. Erfährt der Mensch dann keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen, treten schon nach vier Minuten irreparable Hirnschäden auf. Nach sieben Minuten ist eine Zukunft als Pflegefall sicher, nach zehn Minuten ist der Tod sicher.

 

Damit es im Notfall eben nicht soweit kommt, hat der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Bad Kreuznach die Aktion „Bad Kreuznach rettet Leben“ buchstäblich ins Leben gerufen: An prominenten und viel frequentierten Orten der Stadt, Geschäften, öffentlichen Gebäuden usw. werden selbsterklärende, automatische Defibrillatoren angebracht, die auch für unerfahrene Laien einfach zu bedienen sind. Im Rahmen dieser Aktion hat nun die Sparkasse Rhein-Nahe gleich acht Geräte angeschafft und damit acht Filialen ausgerüstet (Hauptstelle am Kornmarkt, Filiale am Kaufhof, Beratungscenter am Rewe-Kreisel, Hauptstelle Bingen sowie die Beratungscenter in Bad Sobernheim, Kirn, Bingen-Büdesheim und Ingelheim). Ein Defibrillator ist ein elektrischer Impulsgeber, der dem gestörten Herzrhythmus auf die Sprünge hilft in dem er ihn praktisch kurz ausschaltet um ihn dann wieder herzustellen.

 

Mit dem Anbringen der Geräte und deren Wartung ist der Dienst der DRK-Mitarbeiter aber noch nicht getan. DRK-Ausbilder Luigi Terriuolu und seine Kollegen bildeten außerdem 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse zu Ersthelfern aus. Stellt aber klar: „Die Defibrillatoren können aber von jedem bedient werden. Das Schlimmste was man tun kann, wäre nichts zu tun.“ Terriuolu verweist auf die Tatsache, das eine sofortige Defibrillation bei einem Menschen, der keine Atmung, kein Bewusstsein und keinen Blutkreislauf mehr hat, die Überlebenschance um 80 Prozent steigere.

 

Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Peter Scholten: „Es ist uns im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit, die flächendeckende Versorgung mit Defibrillatoren weiter voran zu treiben, denn bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Die Geräte werden im öffentlich zugänglichen Teil der Sparkassenfiliale in Wandkästen angebracht. So kann im Notfall jeder Bürger auf das Gerät zugreifen.“

 

Defi meets Navi

Die selbsterklärenden Defibrillatoren sind „Heart Save AED“-Geräte der Marke Primedic. Nach dem Öffnen des kleinen Koffers gibt eine Stimme (ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Navigationssystem) Anweisungen. Dazu zählen die Anleitung zur cardio-pulmonalen Wiederbelebung (CRP), also der klassischen Herzdruckmassage. Außerdem gibt das Gerät den korrekten Rhythmus vor. Seit kurzem liegt dem Defi auch eine CPR-Feedback-Scheibe bei, die dem zu Wiederbelebenden auf die Brust gelegt wird. Beim korrekten Druck gibt sie dem Ersthelfer ein entsprechendes Signal. Der „Heart Save AED“ kostet um die 2.000 Euro.