Herz unter Stress

Diese Experten informierten anlässlich der Herzwoche: vlnr: Dr. Frank Liepe, Dr. Jens Kreuz, Dr. Ute Dederichs-Masius, Dr. Mathias Elsner. Foto: Edgar Daudistel

Gut besuchtes Seminar zur Herzwoche der Deutschen Herzstiftung.

Bad Kreuznach (dd). „Gewicht reduzieren, mehr Bewegung und Sport treiben, weg mit den Kippen und gesündere Ernährung“, diese Sätze zogen sich wie ein roter Faden durch alle Vorträge anlässlich des Herzseminars. Gut Besucht war die diesjährige Herzwoche, die bundesweite Kampagne der Deutschen Herzstiftung, die unter dem Motto „Herz unter Stress stand“. Zu den kardiovaskulären Risikofaktoren gehören der Diabetes, der Bluthochhochdruck, die Fettstoffwechselstörung sowie der Stress. Beim Herzseminar in der Theodor-Fiedler-Halle rückten vier medizinische Experten die Gefahren für ein Herz-Kreislauf-Risiko aus unterschiedlichen Blickwinkel in den Vordergrund und beleuchteten die Gefahr für das Herz.

In seinem Vortrag „Diabetes – die unterschätzte Gefahr“, beleuchtete Dr. Jens Kreuz, Oberarzt im Krankenhaus St. Marienwörth, die Gefahr, die von der Volkskrankheit ausgeht. Auslöser dafür seien der westliche Lebensstil mit hohen Blutfettwerten, Fettleber und Übergewicht. Die Krankheit, von der 7 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind, bleibt lange unbemerkt und wird nicht erkannt. Der Facharzt rät, beim Hausarzt eine Blutanalyse machen zu lassen. Das Risiko, dass es bei einem Diabetikerpatient zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt, sei zwei bis vierfach höher als bei gesunden Menschen.

Der Bluthochdruck sei eine Zeitbombe, die zu entschärfen sei, so der Chefarzt der Inneren Medizin im Diakonie-Krankenhaus, Dr. Mathias Elsner. Auch für diese Art der Erkrankung ist der Lebensstil verantwortlich, der sich seit der Evolution vor Millionen von Jahren geändert hat. Die Folge eines Bluthochdrucks, von Mediziner als arterielle Hypertonie bezeichnet, ist die Schädigung aller Organe, von Nieren und Gehirn. Die Gefahr eines Schlaganfalls ist hoch. „Der Bluthochdruck ist einfach zu behandeln. Eine Senkung um 6 mmHg senkt das Schlaganfallrisiko um 42 Prozent“, so der Mediziner. Allgemeine gelte beim Blutdruck die Werte 140/90 mmHg für jedes Lebensalter. Er machte auch deutlich, dass „wir ohne Medikament nicht auskommen“ und das lebenslang.

Cholesterine sind Blutfette, die zu 80 Prozent vom Körber selbst produziert werden und Baustoffe der Zellen sind. „Ein Zuviel davon führt zu Ablagerungen in den Gefäßen“, machte Dr. Frank Liepe den Zuhörern deutlich. Herzinfarkt und Schlaganfall drohen. Auch beim Cholesterin merke man nichts. Es gibt zwei Arten von Cholesterin. LDL, das schlechte Cholesterin und HDL, das gut Cholesterin, das ein Schutzfaktor ist. Hervorgerufen wird die Fettstoffwechselstörung durch Vererbung und durch den Lebensstil. „Fett ist nicht zu verteufeln, es muss das richtige Fett gewählt werden“, so der selbstständige Experte. Bewegung, Gewichtsreduzierung und gesunderes Leben senken das schlechte Cholesterin.

Auch Stress ist ein Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, weiß Dr. Ute Dederichs-Masius. Viele Faktoren können mit zum Stress beitragen. „Es gibt einen guten und einen schlechten Stress“, informiert die kardiologische Chefärztin in der Drei-Burgen-Klink. Warnsignale wie schneller Puls und Anstieg des Bluthochdruckes sollten beachtet  werden. Abgebaut werden kann der Stress durch autogenes Training oder in psychologischen Einzelgesprächen. Durch Ablenkung, andere Gedanken, soziale Kontakte, Sport und Ernährung oder einfach mal „Dampf ablassen“ seien Möglichkeiten, der Stressbewältigung.

Kostenlos können Ratgeber angefordert werden zu:

Bluthochdruck,
Herzprobleme bei Diabetes,
Hohes Cholesterin,
Psychischer und sozialer Stress.

Deutsche Herzstiftung e.V.
Bockenheimer Landstraße 94-96
60323 Frankfurt am Main

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