Anregung zur Friedensdiskussion prägten Eindruck von Ana-Lina Burket

Ana Lina Burket nahm als Vertreterin der jungen Generation an der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland teil. Sie lernte die demokratischen Strukturen der Landeskirche kennen und verfolgte aufmerksam die theologisch hochkarätigen Diskussionen. Foto: EKNG

Kirchenkreisdelegation auf der Landessynode

Bad Kreuznach/ Bad Neuenahr (red). Das Verhältnis zum Islam, ein Friedenswort und Jugendbeteiligung waren unter anderem Themen auf der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland, in Bad Neuenahr.

Neben Superintendentin Astrid Peekhaus nahmen Pfarrerin Sabine Richter (Roxheim), Dr. Jürgen Deveaux (Kirn) und Silke Metzner (Norheim) als Abgeordnete des Kirchenkreises An Nahe und Glan sowie Pfarrer Christoph Hüther (Waldalgesheim) für die Pfarrvertretung, Marion Unger (Staudernheim) als nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung und Ana-Lina Burket als Vertreterin der jungen Generation an den Beratungen teil.

Angeregte Diskussionen prägten nach dem Eindruck von Ana-Lina Burket, dem jüngsten Mitglied der Delegation aus dem Kirchenkreis, die Atmosphäre auf der Tagung. „Ich durfte kennenlernen, wie die demokratischen Strukturen in der Landeskirche funktionieren“, erklärte sie. „Ob es um das Friedenswort oder die Position zum Dialog mit dem Islam ging, oft gab es unterschiedliche Meinungen“, resümierte sie. Durch eine faire und intensive Diskussion konnten in ihren Augen jedoch starke Standpunkte formuliert werden. Ana-Lina Burket freut sich nun auf die Jugendsynode, die für das kommende Jahr geplant ist. Sie hofft „auf eine noch größere Möglichkeit der aktiven Beteiligung für uns, die Jugend“.

Wie das Leben junger Leute heute aussieht war Thema des Jugendberichts. Silke Metzner sieht darin „ein wichtiges Zeichen, dass die rheinische Kirche hinsehen und verstehen möchte, wie die Lebenswirklichkeiten der jungen Generation aussehen“. Die Jugendsynode eröffne Chancen, „mit der Jugend über gesellschaftlich und kirchlich relevante Themen ins Gespräch zu kommen“. Mit besonderer Freude nahmen die Delegierten die anerkennende Erwähnung des Theaterprojekts „95 Thesen für eine andere Welt“ der Evangelischen Jugend An Nahe und Glan im Jugendbericht auf. Dazu meinte Silke Metzner: „Das war ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Jugendliche selbst und kritisch zu Herausforderungen in unserer Zeit Stellung nehmen.“

Leichtes Gepäck

„Kirche des gerechten Friedens zu werden, das muss auch unser Bestreben sein – an Nahe und Glan und überall.“ Mit diesen Worten kommentierte Superintendentin Astrid Peekhaus die Arbeit an einem Friedenswort, das die Landessynode verabschiedete. Es soll in den Gemeinden und Kirchenkreisen als Diskussionsgrundlage dienen und Handlungsempfehlungen geben, wie dieser Weg konkret gegangen werden kann. Das Schwerpunktthema der Synode war eine Positionsbestimmung für die Begegnung mit Muslimen. „Als Christen sind wir geradezu aufgefordert, mit dem Anderen zu sprechen, gerade dann, wenn uns sein Fremdsein womöglich Angst macht“, meint dazu Pfarrerin Sabine Richter. „Wir haben über Grundpositionen unseres Glaubens diskutiert; das ist ermutigend auch für Glaubensgespräche in unseren Gemeinden.“

Neben den gewichtigen theologischen Diskussionen standen auch Themen zur Regelung des kirchlichen Alltagslebens auf der Tagesordnung der Landessynode. Unter dem Stichwort „Leichtes Gepäck“ wurden erste Schritte zur Vereinfachung von Verfahren sowie zur Entschlackung von Gesetzen und   Verordnungen unternommen. „Dies wird dazu führen, dass die Leitungsgremien weniger durch Regelungen eingeengt werden“, erläuterte Jürgen Deveaux den Beschluss eines Erprobungsgesetzes. „Sie müssen aber auch mehr inhaltliche Verantwortung übernehmen.“ Daran knüpfte Pfarrer Christoph Hüther an, der in dem Gesetz Möglichkeiten sieht, Entscheidungsprozesse zu verkürzen und zu erleichtern. Darüber hinaus ging Hüther auf die Chancen der Bildung von Gesamtkirchengemeinden angesichts bereits eingetretener und zukünftiger Vakanzen ein und meinte: „Damit können Strukturveränderungen und Anpassungsprozesse in unserem Kirchenkreis gestaltet werden.“